Wir Büro Menschen sitzen uns den Arsch platt!

Wir brauchen viel Sitzfleisch im Leben, was sich viele über die Jahre auch anfuttern. Im Disney Film „Wall-E“ haben die Menschen sogar vollständig verlernt sich auf ihren beiden Beinen durch die Gegend zu bewegen. Stattdessen nutzen sie eine Art schwebenden Sessel, der sie überall hinbringt.

Nicht umsonst sagt man, Sitzen sei das neue Rauchen. Wobei ich noch niemanden gesehen habe, der seinen Stuhl angezündet und dann dran gezogen hat. Zumindest nicht solange er selber darauf saß.

Genau wie beim Rauchen kann man schnell die Kontrolle über die Quantität verlieren. Schnell wird dann der Gelegenheitsraucher zum Kettenraucher.

Beim Sitzen ist es ähnlich. Wir sind Kettensitzer. Sitzen macht uns gradezu süchtig. Unsere Haltung verkrümmt sich. Muskeln, Sehnen und Bänder werden an Stellen abgebaut oder verkürzt, wo wir sie eigentlich noch bräuchten. An anderer Stelle werden Muskeln aufgebaut, Sehnen und Bänder gedehnt, die für eine gesunde Haltung wesentlich weniger Sinn machen oder sie sogar verhindern. Wir sitzen unheimlich gerne. Wer viel sitzt, will viel sitzen. In der Schule, im Studium, im Auto, in der Bahn, im Kino, im Restaurant und natürlich grade bei der Arbeit. Einzig beim Stau auf der Autobahn „stehen“ wir aber selbst das sitzend im Auto.

Meetings finden gewöhnlich ebenfalls im Sitzen statt und haben einige unschöne Begleiterscheinungen. Nach der Mittagspause dösen manche Teilnehmer gerne kurz mal weg, wenn sie keinen Redeanteil haben. Sie glauben es würde niemand mitbekommen aber doch. Es bekommen alle mit. Spätestens beim ersten zaghaften Schnarchen.

Auf Stühlen wird geschaukelt, gewibbelt und manchmal gibt sogar einer hinten über. „Guten Morgen!“ haben wir dann in der Schule immer gesagt.

Eine tolle Methode, um Arbeitsmeetings produktiver zu gestalten ist, diese im Stehen durchzuführen. Das hat im Vergleich zur sitzenden Variante ein paar wesentliche Vorteile aber natürlich auch ein paar mehr genervte Gesichter der Kollegen zur Folge. Es hilft dafür etwas sadistisch veranlagt zu sein.

Stehen ist unbeqeuemer als Sitzen. Deswegen sind Meetings im Stehen auch schneller vorrüber. Die Kollegen sind froh, wenn sie wieder an ihren Schreibtisch zurückkehren und sich in ihren ergonomischen Bürostuhl fallen lassen können. Meetings im Stehen sparen Zeit und machen Abstimmungen wesentlich knackiger.

Außerdem stehen die Menschen meist nicht einfach stocksteif in der Ecke, sondern bewegen sich. Wir be- und entlasten unsere Beine. Schlagen die Füße übereinander, schaukeln mit den Armen oder drehen die Hüfte. Diese Dynamik veranlasst uns automatisch mit dem gesamten Körper zu artikulieren und an der Dikussion teilzunehmen. Das Meeting wird dadurch lebhafter.

Darüber hinaus sind alle im Meeting wesentlich wacher und mehr bei der Sache. Nur echte Profis schaffen es im Stehen einzuschlafen. Mit einem „Standup“-Meeting, lässt sich so manches Schnitzelkoma überwinden.

Wenn du von diesen positiven Effekten profitieren willst, solltest darauf achten, dass die Räumlichkeiten dafür passend sind.

Nichts ist peinlicher, als um einen normalen Tisch herumzustehen. Jeder fragt sich dann unentwegt, ob es nicht viel einfacher wäre sich endlich hinzusetzen. Geschwungene Stehtisch sind dafür besonders geeignet. Ein halbwegs leerer Raum mit etwas Platz tut es aber auch.